:)

:)

magara

Magara:

In der afrikanischen Philosophie hat der Mensch einen unabdingbaren Anspruch auf ein vollendetes, glückliches Leben (Magara), Not und Sorge sind Krankenheiten. Ein jeglichen Glück beraubtes Leben ist ein Tod im Leben, schlimmer als der wikliche Tod, der ja nur in eine andere, ebenfalls diesseitige Existenz führt. Der Begriff Magara bezeichnet in der afrikanischen Philosophie eine Lebens-Kraft, die sich beim lebendigen Menschen in Wohlbefinden, im Glücklichsein ausdrückt, die ihm dank der Einwirkung seiner verstorbenen Ahnen zuwächst, die vermindert und gesteigert werden kann und auf die er gegenüber der Umwelt einen Anspruch hat. Magara unterscheidet sich daher von unserem Begriff der Menschenwürde,die moralsich akzentuiert ist und die man der Gesellschaft gegenüber entweder ganz hat oder nicht hat. Denn die Qualität des Magara eines Einzelnen hängt zwar vom Einfluß anderer ab, unterliegt aber nicht fremden Urteil. Magara unterscheidet sich ebenso von Menschlichkeit oder Humanität, jener Summe sittlicher Eigenschaften und Verpflichtungen, die sich daraus ergeben, daß der Partner ein Mensch ist wie der Handelnde selbst. Denn Magara ist zunächst ein Anspruch des Menschen und nur des Menschen gegenüber der Umwelt einschließlich der Götter, und erst in zweiter Linie enststeht daraus eine Pflicht, nämlich aus der Erkenntnis vom universalen zusammenhang aller Kräfte, der bewirkt, daß der Einzelne nur glücklich sein kann, wenn es die anderen auch sind, da sonst ständig Magarakraft von ihm zu den anderen abfließt.
Magara unterscheidet sich schließlich auch von unserem Begriff der (angeborenen und unveräußerlichen) Menschenrechte, die bei uns dem auf naturrechtlicher Grundlage dem Einzelnen zustehen. Bei aller Anthropozentrik ist das afrikanische Weltbild keineswegs säkularisiert individualistisch.

Magara kann derart reduziert sein, daß das Leben kein Leben mehr ist, sondern ein "Tod". Gerät der Einzelne in diese Lage, so entsteht daraus ein Anspruch an die Gemeinschaft, un dder Einzelne bedient sich juridischer Mittel, daß sein "Magara" sein volles Leben wiederhergestellt werde. Gerät aber die Gemeinschaft in diese Lage, dann entsteht ein Anspruch ans Universum; die Gesellschaft greift zur Selbsthilfe der Magie, mobilisiert alle geistigen Kräfte, ernenn Vor-Bilder, identifiziert sich mit ihnen und erzwingt sich ein volles Leben in gemeinschaftlicher Ekstase. Diese religiösen Mittel stehen nur der Gemeinschaft zu, während das christlich mystische Erlebnis nur dem Einzelnen zukommt. Ein Spiritual hingegen als Solo zu singen ist widersinnig. Man singt auch einen Psalm und eine Litanei nicht allein.

Jan-Heinz Jahn aus "Negro-Spirituals" about me

back.....

Copyright © 2012 PhotoArtWork. All Rights Reserved. Design from css3templates.co.uk.

Youtube hand Facebook